Fluchthilfe über die Grenze
Fluchthilfe über die Grenze
Nur etwas nördlich von hier, bei „Dreisprung“, liegt ein sehr bedeutsamer Schauplatz des Kapitels
„Menschenschmuggel“ in der deutsch-dänischen Grenzgeschichte. Hier lebte in den 1930er Jahren Carsten
Atzen „mitten auf der Grenze“: das Haus in Deutschland, ein Teil des Gartens bereits in Dänemark. Carsten
Atzen war Kommunist und verhalf nach Hitlers Machtergreifung 1933 vielen Regimegegnern zur Flucht
über die Grenze. Er ließ sie vorne zur Tür herein und wies Ihnen hinten im Garten die Richtung zum
nächsten Dorf in Dänemark. So brachten sie sich über Felder und Gräben hinweg in Sicherheit. Ganz
unbemerkt blieb das Verschwinden der vielen Besucher seines Hauses jedoch nicht, so dass Carsten Atzen
Mitte der 30er Jahre verhaftet und zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde.
Auch nach Kriegsende wurde sein Heim auf der Grenze nochmals „genutzt“: kein Geringerer als Gustav
Heinemann, der spätere Bundespräsident, wählte diesen Weg zu einer Konferenz in Kopenhagen – in
Ermangelung eines Passierscheins der britischen Besatzungsmacht.



