Kapitänsweg Station 7 - Ballastbrücke

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Führung
Ballastbrücke
Wenn die Segelschiffe keine Fracht geladen hatten, wurde zur Sicherung ihrer Stabilität „Ballast“ geladen, also ersatzweise ein Gewicht in den Schiffsladeraum eingebracht. Dazu nahm man in Flensburg Sand. Dieser fand sich reichlich auf dem Ostufer der Förde am sogenannten Ballastberg, heute Blasberg, nördlich des Lautrupsbachs. Hier luden die Schiffe seit 1581 den Sand an einer besonderen Ballastbrücke, an die bis heute der gleichlautende Straßenname erinnert.

Die Übernahme des Ballastes war eine mühselige und langwierige Schufterei, die von Männern und Frauen verrichtet wurde. 1808 arbeiteten 17 Frauen mit. Der Sand wurde zunächst in Schubkarren geschaufelt, dann auf einer mit Holz belegten Rampe an Bord des Schiffes gefahren und in den Laderaum gekippt. Dabei wanderte der schwere Karren in einer Kette von Teilstrecken von Hand zu Hand. Im Laufe der Jahrhunderte sind so Tausende von Schiffen mit Ballast beladen worden.

Die Karren gehörten dem Schiffergelag (Station 3), das durch den Sandverkauf gute Einnahmen erzielte. In der Gelagssatzung war festgelegt, „Es soll keinem, weder ein- noch ausländischen Schiffer verstattet werden, an anderen Örtern als allein an der Ballastbrücke sein Schiff zu ballasten.“ Ebenso war es einlaufenden Schiffen verboten, mitgeführten Ballast im Fahrwasser der Flensburger Förde zu versenken. Er musste vielmehr zur Ballastbrücke gebracht werden, damit er dort wieder zur Verfügung stand und die Flensburger Förde nicht versandete. Zuwiderhandlungen wurden mit Geldstrafen geahndet.

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